Dritte Welle der Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie basiert auf Prinzipien des Lernens und der Überzeugung, dass Gedanken, Gefühle und Verhalten in einem dynamischen Zusammenspiel stehen – gezielte Interventionen in einem Bereich können positive Veränderungen in anderen bewirken.
„Dritte Welle“ und der innere Beobachter
Die „dritte Welle“ der Verhaltenstherapie umfasst neuartige Ansätze wie die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie, die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) sowie die Schematherapie. Diese Weiterentwicklungen integrieren neben klassischen Techniken der Verhaltensänderung auch Akzeptanz-, Achtsamkeits- und Engagementstrategien. Das Ziel ist, die psychische Flexibilität zu erhöhen – also die Fähigkeit, im ständigen Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment zu stehen und das Verhalten situationsgerecht anzupassen oder beizubehalten.
Ein zentrales Moment dieser Ansätze ist die Einführung einer beobachtenden Perspektive – des „inneren Beobachters“. Dadurch lernen Sie, sich von Ihren Gedanken und Gefühlen zu distanzieren (also: „Ich bin nicht meine Gedanken oder Gefühle, sondern ich habe Gedanken oder Gefühle“) und entwickeln so ein differenzierteres Selbstverständnis. Hier verändert die Sprache also unsere eigene Wahrnehmung wesentlich.
Lebendige Achtsamkeit
Achtsamkeit als erlernbare Fertigkeit ermöglicht es, die Welt direkter und intensiver zu erleben. Durch eine nicht-wertende Selbstbeobachtung registrieren Sie Ihre inneren Bewertungen, was Ihnen zu mehr Handlungsflexibilität verhilft, und Ihnen erlaubt, in größerem Einklang mit sich selbst zu agieren. So werden Sie zum aktiven Gestalter Ihres Lebens, indem Sie Ihre inneren Ressourcen gezielt mobilisieren und Ihre „Lösungsnetzwerke“ stärken. Sie erleben so die eigene LEBENDIGKEIT.
„Achtsamkeit ist jenes akzeptierende Gewahrsein,
das entsteht, wenn sich die Aufmerksamkeit mit Absicht
und ohne zu bewerten auf die Erfahrung richtet,
die sich von Moment zu Moment entfaltet.“
Jon Kabat-Zinn

